Der Weg zum Aufstieg: Ein gelungener Start (2/5)

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Von der Vergangenheit springen wir nun in die Gegenwart, genauer gesagt in den Sommer 2018. Eine durchwachsene Vorbereitung mit teils schweren Niederlagen lies die Einschätzungen über den sportlichen Verlauf der Saison 2018/19 nur mit etwas Phantasie positiv ausfallen. In der ein oder anderen Spielphase zeigte sich jedoch, dass eine spielerische Entwicklung stattgefunden hatte, welche sich in der Folge hoffentlich fortführt und in besseren Ergebnissen mündet. Schon in den ersten Spielen der Saison war klar, dass wir mit einer extrem jungen Mannschaft antreten werden, die wiederum ergänzt durch einige wenige „ältere“ Spieler schnell zu einem echten Team entwickelte.

Nach einem relativ souveränen 4:2-Sieg gegen den TSC Neuendettelsau II stand bereits am 2. Spieltag der erste Kracher im Spielplan. Die SG Meinhardswinden/Obereichenbach war zum Derby zu Gast. Weite Strecken des Spiels gestalteten wir souverän mussten allerdings nach einigen Kontern Gegentore einfangen. Hier zeigte sich wiederum die Unerfahrenheit der Mannschaft. Trotz einer erneuten 4:2-Führung circa 15 Minuten vor Spielende, kassierten wir in der Schlussphase noch zwei Treffer und gingen mit hängenden Köpfen vom Spielfeld. Es fühlte sich wie eine Niederlage an und hätte ein absoluter Achtungserfolg werden können. Es sollte nicht das letzte verrückte Spiel des Jahres gewesen sein…

In den folgenden Partien gegen den TSV Lichtenau, TSV Brodswinden und SV Schalkhausen II holten wir sieben von neun Punkten und waren noch immer ohne Niederlage. Wahnsinn….! Richtig wild wurde es dann am 6. Spieltag beim TSV Lehrberg II: In meinen über 20 Jahren auf dem Fußballplatz habe ich schon so manche Kuriosität erlebt, aber der Schiedsrichter an diesem Tag sucht seinesgleichen. Nicht nachvollziehbare, unsinnige und unfaire Entscheidungen sowie minutenlange Unterbrechungen mit fadenscheinigen Erklärungen hatten ein dürftiges 1:1 zur Folge. Auch wenn der Unparteiische seinen Beitrag dazu leistet, gelang es uns, in den wenigen Phasen mit aufkommendem Spiel, leider nicht das zweite Tore zu erzielen.

Nun gut es geht nächste Woche wieder weiter. Die SG Mitteleschenbach war in diesem Fall das Opfer und kam mit 9:1 unter die Räder. Der Spieltag zuvor war vergessen, das Torverhältnis aufgebessert und die positive Stimmung wieder zurück. Am 8. Spieltag hieß es dann nach einem umkämpften Sieg in Großhaslach das erste Mal: Spitzenreiter! Was für ein Gefühl: Wir auf dem 1. Platz und bis dato noch ohne Niederlage. Für uns drei älteren Spieler, hier sind insbesondere noch Paul Schreiner und unser Günter „Günni“ Müller zu erwähnen, etwas ganz Besonderes. Eine respektierte Mannschaft in der A-Klasse hatten wir schon lange nicht mehr.

Ein Blick in die Vergangenheit lässt Erinnerungen wach werden an Spielzeiten wie in der Saison 2008/2009, als man mit nur 22 Punkten und 82 Gegentoren den 11 von 14 Plätzen in der A-Klasse belegte. Was zeitgleich auch der Beginn meiner eigenen Laufbahn im Herrenbereich war. Der sportliche Wettbewerb fand in anderen Tabellenregionen statt, Abstiegskampf gab es in der letzten Spielklasse ja nicht. Wer da am Wochenende auf dem Platz stand und wie die Aufstellung war, war eigentlich auch egal. Nichtsdestotrotz haben uns diese Jahre geprägt und irgendwie auch zusammen geschweißt. Gerne denkt man heute an die langen Jahre des gemeinsamen Fußballspielens zurück: Aus unserer Jugendmannschaft gibt es nach ca. 13 Jahren noch einige wenige, aktive Überbleibsel: Paul Schreiner und ich in der Ersten, Christian „Schnitzel“ Adamietz und Alexander Heterle in der Zweiten. Achja und der damalige Trainer und A-Klassen-Goalgetter, Sabit Berrak, der es immer noch nicht lassen kann und bis heute seinen Körper über die Wiese schleppt.

Springen wir wieder in sportlich erfolgreichere Zeiten. Im nächsten Duell gegen den letztjährigen Relegationsteilnehmer, den SC Rügland, sollte sich zeigen, ob man das Zeug dazu hat oben mitzuhalten. Nach dem Spiel herrschte dann allerdings Ernüchterung: eine 4:2-Niederlage gegen den Aufstiegskandidaten, welcher nur mittelmäßig gestartet war, bedeutete nicht nur einen Nackenschlag, sondern auch den Fall auf den 4. Platz. Reicht es doch nicht wenigstens für die Teilnahme an der Relegation? Doch, es reicht zu viel, viel mehr! Denn heute wissen wir: Es sollte die letzte von zwei Platzierungen unterhalb der Relegationsplätze gewesen sein.

Zwei Wochen später kam es zum Aufeinandertreffen mit dem FV Fortuna Neuses II, der Überraschungsmannschaft in der A-Klasse 3. In einem vollkommen verrückten Spiel trennten wir uns mit einem 3:3-Unentschieden, welches zwar kurios zustande gekommen war, aber dem Spielverlauf trotzdem irgendwo gerecht wird. Ein cleverer Goalgetter, der Teile unserer jungen Mannschaft mental auseinander nehmen konnte und ein paar individuelle Fehler auf beiden Seiten ließen diese Ergebnis auf der Neuseser Anzeigetafel aufleuchten.

Das Topspiel-Programm setzte sich direkt fort, noch vor dem Jahreswechsel stand das Derby gegen den ESV Ansbach-Eyb II im Kalender. Dieses Ansbacher Stadtderby bleibt uns als wohl bestes Spiel der Saison in Erinnerung. Mit einer beeindruckenden Leistung und mannschaftlicher Geschlossenheit kam der ESV in keiner Situation des Spiels nur annähernd auf unser Niveau. Dieser 4:1-Sieg machte uns endgültig zu einem ernst zunehmenden Gegner. Dank einer Niederlage des SC Rügland und einem eigenen Heimsieg gegen den TSC Neuendettelsau II konnten wir am letzten Spieltag als Tabellenführer und Herbstmeister in die Winterpause gehen. Unglaublich aber wahr: Nach einer halben Saison spielen wir oben mit, können das Ziel tatsächlich aus eigener Kraft erreichen und haben uns die Weihnachtsfeier redlich verdient. Wann konnten wir zuletzt schon als Tabellenführer den Jahresabschluss feiern? Richtig, in der Aufstiegssaison aus der B-Klasse. Erinnerungen wurden wach und die Feier wurde vielleicht ein Stück intensiver als sie sonst ausfiel 😉

Ein kleiner Vorgeschmack auf Teil 3: Es geht wieder los!

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